Ohne die Moralkeule zu schwingen: Während anderen im Süden die Hütte wegschwimmt, denken wir nur an unseren eigenen -meist kurzfristigen- Vorteil. Wie grün sagt, es geht ums Ganze! Größer denken, breiter denken, weiter denken!
Ohne die Moralkeule zu schwingen: Während anderen im Süden die Hütte wegschwimmt, denken wir nur an unseren eigenen -meist kurzfristigen- Vorteil. Wie grün sagt, es geht ums Ganze! Größer denken, breiter denken, weiter denken!
Die Rose trug sie. Ein junges Pärchen betrat heute den Verkaufsraum. Die Frage, ob die SPD in der Stadt wieder Blumen verteile, konnte ich mir nicht unterdrücken. Natürlich war es die SPD, aber so rot die Blüte auch sein mag, Stiel, Blätter und ein Großteil der Pflanze sind halt grün. Eine schöne Kombination. Wir wendeten uns wieder Funktionskleidung zu, immerhin war es mein letzter Samstag im geliebten GlobetrotterCamp und die beiden wollten einige Woche in Neuseeland verbringen… “Wie lange die wohl hält?”, fragte meine (nicht einmal wahlberechtigte) tschechische Kundin, die Rose ein wenig nostalgisch in der Hand drehend. “So lange wie die Wahlversprechen!”, antwortete ihr Begleiter trocken. Politik- und Politikerfrust ist derzeit wirklich einfach. Dennoch:
Verhindern wir diese Ehe!
Zurück! Nach taggenau 16Monaten. Und wie es sich für Städetrips bei mir gehört, wird die Nach vorher durchgemacht. Der Anlass? Nur periphär die Wahl…
Ein Anhänger der europäischen Idee bin ich, seit ich mir dazu eine eigene Meinung machen kann. Dennoch brauchte es mal wieder ein Krise, wie die aktuelle, durch das irische Referendum ausgelöste, um mich aus dem Dämmerschlaf von gelangweilter Politik- und Politikermüdigkeit zu wecken und mich wieder zur ausgiebigen Presselektüre zu bewegen. In diesem Sinne verlinke ich einen kompakten Lesetip, einen Artikel aus der Sueddeutschen Zeitung, unseres Vorzeigeintellektuellen Jürgern Habermas.
Und warum glüht es sich aus, wie der Titel effekthascherisch ankündigte? Na, aus Europa kommen beizeiten auch gute Nachrichten. Damit meine ich nicht die europaweite Regelung zur Abschiebung von sogenannten “Illegalen”, sondern die Idee, es Australien und Neuseeland gleichzutun, und ab 2009 herkömmliche Glühbirnen zu verbieten. So freue ich mich nun darüber, dass auch noch sinnige Entscheidungen in Brüssel getroffen werden.
“be Berlin“, sagt Wowi, und alle Berliner dürfen mitmachen, mit ihrer “persönlichen Erfolgsgeschichte” national und international für Berlin werben. Ich kann leider nicht mitmachen, ich bin ja schon Deutschland.
Gestern haben die Spanier mit einer ordentlichen Wahlbeiteiligung von mehr als 70% erstens der Demokratie einen Gefallen getan, zweitens den extremistischen und nationalistischen Parteien eine Absage erteilt und dittens -weil es gerade so schön war-, den Herrn Schuhmacher im Amt und seine sozialistische Partei als stärkste Kraft im Land bestätigt.
Ich bin für heute auf eine Wahlparty eingeladen, man läd ein um auf weiter vier Jahre ohne die Partido Popular (PP) anzustoßen. Ich werde dort nach der Arbeit im Büro mal hingehen, denn ein wenig hat sich Zapatero in den letzten Monaten mit dem Witz in mein Herz gewahlkämpft, der hiesigen Regierungschefinnen und Möchtegernregierungschefs derzeit fehlt.
… kennenlernen, dürfte Frau Zypries, wenn sie den IT-Zuständigen im eigenen Haus nicht recht schnell begreiflich machen kann, dass sie die Daten der Besucher der Homepage des Justizministeriums besser in Zukunft nicht mehr speichern sollten. Bei Zuwiderhandlung drohen ihr persönlich ansonsten bis zu 6 Monaten Haft…. nicht ganz reizlos, diese Vorstellung.
Was gestern in Kolumbien passierte, ist so wunderbar wie interessant. Millionen von Kolumbianern zogen auf die Strassen der Welt, vor allem aber der kolumbianischen Städte Bogotá und Medellín, um gegen den Terror, die Entführungen der militanten FARC zu demonstrieren. (Nicht ganz) unabhängige Medien schrieben die Zahl der Teilnehmer auf bis zu 10 Millionen (sic!) hoch.
Auch ElTiempo, die größte ernstzunehmende Zeitung Kolumbiens, hielt sich mit Superlativen nicht zurück (”mayor movilización en la historia del país”)* und verkündete gar die sozialglobale Bedeutung der Proteste:
Los colombianos inauguraron ayer una nueva era de la protesta
social en el mundo. La globalización del repudio.**
Tatsächlich ist der wahrhaft beeindruckende Aspekt dieser Aufmärsche die Entstehungsgeschichte. Ausgangspunkt war facebook, das größte und wohl einzige wirklich weltweit verbreitete SocialNetwork. Die Gruppe “UN MILLON DE VOCES CONTRA LAS FARC“*** zählt mittlerweile mehr als 250.00 Mitglieder. Aus dieser heraus wurde zu den Proteste von Kolumbien bis Australien, Afrika, Asien, Europa aufgerufen. Die Resonanz war sichtbar gewaltig. Entscheidend war, dass die Organisation von einer unabhängigen, nicht politisch organisierten, freischwebenden Gruppe angeregt und übernommen wurde. Während Uribe und Chavez, die beiden Pole rechts und links, gerade in jüngster Vergangenheit die FARC für ihre politischen Ziele instrumentalisiert haben, war die von den Demonstranten getroffene Aussage eine, die aus der Mitte des Volkes kam, aus einer großen, jungen, anarchischen, kreativen und engagierten Netzgemeinde heraus.
Dass diese auch außerhalb des virtuellen Raumes etwas zu bewegen weiß, wurde hiermit zum wiederholten Male eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
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* größte Mobilisierung in der Geschichte des Landes
** die Kolumbianer läuteten gestern eine neue Ära des gesellschaftlichen Protestes ein. Die Globalisierung der Ablehnung.
*** eine Millionen Stimmen gegen die FARC
Presseberichte über die Proteste:
El Tiempo (COL)
El Pais (ES)
Süddeutsche (D)
Spiegel (D)
Ein Blick nach Hessen. Mir dreht sich der Magen um. Wenn man diesen Populisten weiterhin an die Macht wählt, sollte man sicherlich ernsthaft über das Prinzip dieser Demokratie nachdenken, die es erlaubt, die Schwachen zu mobilisieren, indem man gegen die Schwächeren hetzt. Das ist vielleicht nicht sonderlich neu, aber eben deshalb besonders traurig.