Beiträge getagged ‘Arbeit’

Rosenkavaliere

19 September 2009

Die Rose trug sie. Ein junges Pärchen betrat heute den Verkaufsraum. Die Frage, ob die SPD in der Stadt wieder Blumen verteile, konnte ich mir nicht unterdrücken. Natürlich war es die SPD, aber so rot die Blüte auch sein mag, Stiel, Blätter und ein Großteil der Pflanze sind halt grün. Eine schöne Kombination. Wir wendeten uns wieder Funktionskleidung zu, immerhin war es mein letzter Samstag im geliebten GlobetrotterCamp und die beiden wollten einige Woche in Neuseeland verbringen… “Wie lange die wohl hält?”, fragte meine (nicht einmal wahlberechtigte) tschechische Kundin, die Rose ein wenig nostalgisch in der Hand drehend. “So lange wie die Wahlversprechen!”, antwortete ihr Begleiter trocken. Politik- und Politikerfrust ist derzeit wirklich einfach. Dennoch:


Verhindern wir diese Ehe!

Alltag

21 October 2008

Mein Gott, hier passiert ja gar nichts mehr! Ewige Blogabstinenz, die einen glauben lassen könnte, ich hätte mich für ein paar Wochen in den kolumbianischen Dschungel verirrt. Doch was sich so spektakulär konstruieren ließe, löst sich in Wahrheit im unspektakulären Nebel von Alltag auf. Ja, Alltag! Und das Schöne ist: Ich weiß es wirklich zu schätzen. Jeden Morgen ist die die gleiche frühe Stunde, zu der mich mein kleines Sammelsurium aus dem Bett dröhnt, es ist der gleiche Kaffee, den ich jeden Morgen für mich und meine Mitbewohner koche und dann führt mich mein Weg in die Uni, zur Arbeit oder an den Schreibtisch. Der Abend gehört mir, dem Sport, den Freunden, dem Wein oder einem Buch, vor allem aber dem Gefühl, freie Zeit wiedermal als etwas wahrhaft Wertvolles erleben zu können.

Überdies verliebe ich mich gerade mehrfach neu: In meine Arbeit in diesem herrlich sympathischen kleinen Outdoor-Laden, in meine Kollegen und die Zeit, die ich dort verbringe. Daneben in die Soziologie, die mir nach eher durchwachsenen Arbeiten an Themen, die nicht meine waren, wieder ihre fesselnde Seite zeigt.

Ich hoffe einfach, dass es bleibt!

Arbeit

7 August 2008

Erzählte ich eigentlich schon, dass ich einen neuen Job habe? Dringlichst nötig war es, drifteten doch Ausgaben und Einnahmen merklich zu weit auseinander. Überdies kann ein wenig Wochenstruktur auch nicht schaden. Für den Fall, dass von euch da draußen also in Zukunft jemand einen Schlafsack, einen wärmenden Fleece, Wanderschuhe, ein Zelt oder ähnliches braucht, darf er sich vertrauensvoll an den ältesten Outddor-Laden in Bielefeld wenden und dort auf meine Beratung hoffen.

Auch, wenn ich bisher nur wenige Male dort war, es macht wirklich Spass und ermöglicht mittelfristig hoffentlich auch wieder mal einen kleinen Urlaub.

Alles Neu!

3 March 2008

Meine De:Bug ist neu. Neu raus, kleiner geworden, präsentiert sich thematisch geschlossener und Anton Waldts “Für eine besseres Morgen” ist durch die exponierte Position auf der Ganzseite N-1 verdientermaßen aufgewertet worden. Gut gelungen, auch wenn der angekündigte Komplettrelaunch der Website noch auf sich warten lässt.

Heute morgen begrüßte mich auf meiner Netzroutine Facebook auf Deutsch. Habe zwar die drei relevanten Sätze gerade noch auf Englisch verstanden, ich danke aber trotzdem ein wenig mitleidig den 2000(sic!) Usern, die an der Übersetzung mitgewirkt haben und damit ihre Arbeitskraft unentgeltlich einem Milliardenkonzern zur Verfügung gestellt haben.

Ich bin raus!

14 February 2008

Bleistifte vom Tisch geräumt, den Windows-Papierkorb geleert, den analogen bis zum Rand gefüllt. Locher, Hefter und Tesafilm stehen nun aufgereiht neben dem Monitor, alle gelben PostITs mit dem Wort “Wichtig” drauf erscheinen plötzlich nur noch mäßig dringlich.

Ab Montag sitzt hier jemand anderes. Ich bin raus…

Zeit, viel zu viel Zeit…

13 February 2008

Morgen endet er, der Lebensabschnitt Praktikum, der vor einem halben Jahr begann. Schon morgen endet er.

Die letzten Monaten haben gepocht, gedrückt, mich geformt, geschweißt. Ich habe gelernt, gearbeitet, geschwitzt. Ich bin gereist, habe Menschen kennengelernt, Arbeit kennengelernt, Business kennengelernt, einen tiefen Blick in meine Zukunft geworfen. Nun fühlt es sich an wie ein Computer, den man einfach runter fährt. Der Lüfter schaltet sich aus, die Festplatte… Stille ist dort, wo vorher ein ständiges Rauschen war.

Ab morgen bleiben mir 5 Wochen bis Ende März, 5 Wochen, die mein Taschenkalender mir als jungfräulich präsentiert. Ich freue mich auf die viele Zeit, doch mir schiene es ein Horror, Anfang April im Blicke zurück nicht zu wissen, was mir dieses Geschenk wirklich gebracht hat.

Mir fehlen gerade attraktive Projekte. Ich habe Bücher, auf die ich so sehnlich erwarte wie sie mich, ein paar digitale Probleme, deren Lösungen Zeit verlangen, ein wenig lernen möchte ich auch, Vokabeln, Grammatik, vielleicht auch schon mit Blick auf das Studium… doch bleibt es so unkonkret, wenig haptisch… und wird mich das ausfüllen, nach der treibenden Intensität der letzten Wochen?

Was würdet ihr machen, wenn ihr nun plötzlich 50Tage frei hättet und euch fühltet, als könntet ihr die Welt mit eigenen Händen aus den Angeln heben?

Einen langweiligen Praktikantenvormittag…

6 February 2008

… erkennt man daran, dass danach die <Strg>-, die <c>- und die <v>-Tasten ausgeleiert sind!

Mal wieder raus kommen…

13 December 2007

…das wäre gut! Auch wenn ich dafür Montags um halb 5 in den Zug steigen müsste, aber der Termin in Leverkusen wäre doch interessant und ich käme endlich mal wieder aus Berlin raus.

Sie, die aufmerksame Beobachterin meines Lebens, merkte kritisch an, dass ich in den letzten zwei Wochen in Hamburg, Bielefeld und Barcelona gewesen sei, dass man von “in Berlin festsitzen” gerade wohl nicht sprechen könne. Mir kam es dennoch so vor. So verschwimmt es mehr und mehr, mein Gefühl von Räumlichkeit! “Espacios”, dachte ich, “ein weise gewählter Titel!”

Zum Leben tauglich!

29 November 2007

“Wie geht es dir, was machst du? Man hört nichts mehr von dir…” Danke! Gut; sehr gut um genau zu sein! Overwhelmingly happy! Ich arbeite viel, ich lebe viel. Beides passt meistens noch in einen Tag, meistens. Diese Woche ging mein Bürolicht eigentlich nie vor acht aus; Abends nur noch Badewanne und Literatur. Sonst gerne auch einen Wein mit Menschen, Essen gehen und an guten Tagen ein Spiel wie gestern.In wenigen Stunden werde ich in Barcelona sein, meinen persönlichen Projektabschluss feiern, die Stadt genießen, die Erinnerungen. Auch das heute! Die nächste Woche wird Unerwartetes bringen. An Neuem Reiches!

Descansar! Einfach nur sein, ein gemütlicher Kaffee auf der Strasse, noch einer. Schlendern und staunen, die Welt so klein wie möglich machen, in meine Welt zu verwandeln. Ich, das Zentrum meines Fühlens. Danach kommt Freiheit. Freiheit, die sich gerade als Wärme und Sicherheit irgendwo tief in mir breit macht. Die Freiheit zu entscheiden, zu gehen, wohin ich möchte, mich tragen zu lassen von nur mir selber und nur mich selber zu tragen. Diese Freiheit wird von einer schweren Last zu einer watteweichen Wolke, die mich zuverlässig durch meine Räume begleitet… Ich schaue sie an. Ein Freund ist sie mir geworden, ein treuer, der mir jedoch noch viele seiner Facetten offenbaren wird.

Auch wenn dieser Schluss erst zum Ende zu ziehen ist: Hinter mit liegt definitiv das intensivste, und sicherlich eines der wichtigsten Jahre meines Lebens. Sich mit weniger zufrieden zu geben, wird in Zukunft kaum akzeptabel sein! Es bleibt spannend…